Mit Risikomanagement gegen Burnout

Es gibt Themen, die beeinflussen unser Berufs- und Privatleben ob wir es wollen oder nicht. Dazu gehört auch Burnout, eine Krankheit, die die Gesellschaft spaltet. Einige sind der Ansicht, dass die Betroffenen nicht belastbar genug und ein Burnout nur eine vorgeschobene Begründung sei, um sich vor der Arbeit zu drücken. Andere fühlen sich schlapp und ausgelaugt, sind überarbeitet, aber davon überzeugt, dass sie nichts erreichen oder bewirken. Wenn Sie dann die Reißleine ziehen, plagen Sie oft Schuldgefühle. Denn Menschen die an Burnout erkranken, sind alles andere als faul: Sie übernehmen sich häufig, können schlecht nein sagen, wenn andere Sie um etwas bitten, sind fleißig und perfektionistisch – und werden dafür belohnt. Chronischer Stress und Fleiß wird in unserer Leistungsgesellschaft hoch angesehen. Und das kann wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen.

Der Verlauf eines Burnouts nach Freudenberger

Im Folgenden haben wir die Phasen eines Burnouts nach Freudenberger zusammengefasst.

Disclaimer: Das Modell dient an dieser Stelle nur zur Anschauung, es ist nicht mit einer Diagnose zu vergleichen. Wenn Sie sich in den Phasen des Modells wiedererkennen, konsultieren Sie bitte einen Arzt.

Das 12 Phase-Modell nach Freudenberger

  1. Drang, sich selbst und anderen Personen etwas beweisen zu wollen
  2. Extremes Leistungsstreben, um besonders hohe Erwartungen erfüllen zu können
  3. Überarbeitung mit Vernachlässigung persönlicher Bedürfnisse und sozialer Kontakte
  4. Überspielen oder Übergehen innerer Probleme und Konflikte
  5. Zweifel am eigenen Wertesystem sowie an ehemals wichtigen Dingen wie Hobbys und Freunden
  6. Verleugnung entstehender Probleme, Absinken der persönlichen Toleranzgrenze, Wesensveränderungen (zum Beispiel: Zynismus, Aggressivität etc.)
  7. Rückzug und Reduzierung sozialer Kontakte auf ein Minimum
  8. Offensichtliche Verhaltensänderungen, fortschreitendes Gefühl der Wertlosigkeit, zunehmende Ängstlichkeit
  9. Depersonalisierung durch Kontaktverlust zu sich selbst und zu anderen Personen; das Leben verläuft zunehmend funktional und mechanistisch
  10. Innere Leere und verzweifelte Versuche, diese Gefühle durch Überreaktionen zu überspielen wie beispielsweise durch Sexualität, Essgewohnheiten, Alkohol und andere Drogen
  11. Depression mit Symptomen wie Gleichgültigkeit, Hoffnungslosigkeit, Erschöpfung und Perspektivlosigkeit
  12. Erste Gedanken an einen Suizid als Ausweg aus dieser Situation; akute Gefahr eines mentalen und physischen Zusammenbruchs

Detaillierte Informationen zu diesem Modell finden Sie auf dieser Internetseite.

Die Folgen des Burnouts

Burnout, Angststörungen und Depressionen sind ein großes Risiko für Unternehmen. Psychische Erkrankungen machen keinen Halt vor dem sozialen Status, dem Alter oder dem Berufsstand. Es kann jeden treffen und deswegen ist es so wichtig präventive Maßnahmen einzuführen. Neben den gravierenden Folgen für die Erkrankten und deren Umfeld, zieht ein Burnout auch Folgen für die Unternehmen nach sich. Es gibt verschiedene Schätzungen, wie hoch der volkswirtschaftliche Schaden tatsächlich ist. Neben den Kosten und den Aufwänden, die entstehen, wenn ein oder mehrere Mitarbeiter wegfallen, führt Burnout zum Verlust von wertvollem Wissen und einem enormen organisatorischen Aufwand.

Da das Phänomen lange unterschätzt und stigmatisiert wurde, entstand ein enormer Schaden. Die IG-Metall sprach im Jahr 2011 bereits von einem Produktionsausfall in Höhe von 26 Milliarden Euro.

Prävention – Was können Unternehmen tun?

Im Zusammenhang mit Burnout hört man häufiger Phrasen wie: “Dann müssen die Menschen eben besser auf sich achten.” “Die sollen sich mal nicht so anstellen.” oder “Die sind ja bloß faul und wollen nicht arbeiten.”. Ein toxisches Arbeitsumfeld kann ein Nährboden für Scham und Unsicherheiten sein, was wiederum dazu führt, dass menschliche Bedürfnisse vernachlässigt werden. Unternehmen müssen sich klar gegen Schuldzuweisungen und Verurteilungen positionieren und sich präventiv für Betroffene einsetzten.

Es reicht nicht aus, dass den Betroffenen geraten wird, auf ihre psychische Gesundheit zu achten. Gerade wenn der berufliche Alltag, es eben nicht zulässt. Das eigene Leid wird von den Betroffenen aus Angst vor Unverständnis oder Verlust des Arbeitsplatzes nicht an den Arbeitgeber herangetragen, sondern verheimlicht.

Die Initiative muss also von den Unternehmen ausgehen, damit so vielen Menschen wie möglich geholfen werden kann.

Dabei sind Feingefühl und Empathie genauso wichtig wie ein unternehmerischer Sinn. Sie werden investieren müssen, wie viel, das hängt von den Umständen des Unternehmens ab.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Ihren Mitarbeitern zu zeigen, dass Ihrem Unternehmen etwas an ihnen liegt und sie bereit sind zu investieren. Zunächst sollten jedoch die betrieblichen Umstände observiert werden.

Wie oft machen Mitarbeiter Überstunden oder sogar Doppelschichten? Wie wird mit Fehlern umgegangen? Wer ist häufig krank und warum? Werden Pausenzeiten eingehalten? Wird respektvoll miteinander umgegangen? Müssen Mitarbeiter auch nach Feierabend erreichbar sein? Führungskräfte sollten ihr Interesse an der Gesundheit der Mitarbeiter demonstrieren und nicht wegschauen, wenn es zu unangenehmen Gesprächen kommen sollte. Dazu ist es aber auch nötig, dass es den Führungskräften gut geht. Denken Sie an den Satz aus dem Flugzeug: Helfen Sie sich selbst, bevor Sie anderen helfen.

Überlegen Sie, welche Maßnahmen eingeführt werden können, um dem Burnout vorzubeugen. Hierzu empfehlen wir Ihnen unser Chancen- und Risikomanagement.

Das Risikomanagement ist in vielen Unternehmen bereits ein hinreichendes Werkzeug um Risiken einzudämmen, Kosten zu senken und Maßnahmen einzuleiten. Diese Vorgehensweise könnte Ihnen auch bei der Burnout-Prävention zugute kommen.

Wenn Sie die Risiken, die innerhalb der Unternehmensstrukturen lauern ermittelt haben und Gegenmaßnahmen eingeführt haben, haben Sie schon die ersten Schritte getan. Der Umbruch kann und soll auch nicht von einen auf den anderen Tag erfolgen. Nachhaltige Implementierung ist das Ziel. Schaffen Sie ein Arbeitsumfeld, in dem sich die Mitarbeiter wertgeschätzt, geachtet und verstanden fühlen. Dadurch wird die Mitarbeiterbindung gestärkt und die Produktivität erhöht.

Was Sie außerdem tun können

Neben der Einführung des Chancen- und Risikomanagements, gibt es weitere Möglichkeiten der Burnout-Prävention:

Mit einem betrieblichen Gesundheitsmanagement können Sie nicht nur die mentale Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördern. Es gibt verschiedene Ansätze, wie Sie für das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter sorgen können: Ob durch vollwertige Mahlzeiten in der Kantine, Sportangebote für Mitarbeiter oder Seminare für Stressresilienz und Achtsamkeit.

Wenn Sie präventiv gegen Burnout in ihrem Unternehmen vorgehen möchten und dabei unser Change- und Risikomanagement ausprobieren möchten, dann kontaktieren Sie uns gerne.

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