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Unsicher? Teuer? Sieben Cloud Mythen aufgedeckt

Obwohl der Umgang mit Cloud-Computing Systemen immer verbreiteter wird, treten viele den Systemen mit Besorgnis und Misstrauen entgegen. Von Mythen und falschen Informationen verunsichert, fällt es Unternehmern schwer, einer Cloud-Lösung Vertrauen zu schenken. Wir klären heute sieben weit verbreitete Cloud Mythen für Sie auf.

Wie funktioniert Cloud-Computing?

Bevor es an die Mythen geht, möchten wir Ihnen noch einmal kurz beschreiben, wie das Prinzip Cloud-Computing funktioniert.

Das Cloud-Computing (zu Deutsch Rechnerwolke oder Computerwolke) bietet Speicherplatz, Rechenleistung oder Anwendungssoftware als Dienstleistung über das Internet an. Technischer formuliert umschreibt das Cloud-Computing den Ansatz, IT-Infrastrukturen über ein Rechnernetz zur Verfügung zu stellen, ohne dass diese auf dem lokalen Rechner installiert sein müssen.

Angebot und Nutzung dieser Dienstleistungen erfolgen dabei ausschließlich durch technische Schnittstellen und Protokolle, etwa mittels eines Webbrowsers. Die Spannweite der angebotenen Dienstleistungen beinhaltet unter anderem Infrastruktur, Plattformen und Software.

Mythos 1: In der Cloud funktioniert alles besser

Public Cloud ist die Bezeichnung für öffentliche Cloud-Systeme eines frei zugänglichen Providers, Google Docs ist zum Beispiel eine Public Cloud. Private Cloud-Systeme sind dagegen nur für ausgewählte Personen zugänglich. Wenn sich Unternehmen aufgrund von Datenschutz und IT-Sicherheit entscheiden, ihre IT-Dienste selbst zu betreiben und der Nutzer dadurch cloud-typische Dienste nutzen kann, kann man von einer Private Cloud sprechen

Das Cloud-Computing bietet jeder Art von Unternehmen gewisse einzigartige Vorteile – egal ob es sich dabei um internationale Großkonzerne, Finanzinstitute, Online-Unternehmen oder Startups handelt. Von einigen dieser Vorteile können alle profitieren: Schnellere Markteinführung, optimierte Prozesse und flexible Infrastrukturkosten. Für einige Aktivitäten eignet sich die Public Cloud am besten, für andere die Private Cloud, während dedizierte Server ein guter Ort für ältere Anwendungen sind. Die optimale Lösung besteht oft aus einer Kombination von Public-, Private- und dedizierter Infrastruktur.

Mythos 2: Die Auslagerung der Daten bedeutet Kontrollverlust

Dieser Mythos hält sich ebenfalls sehr hartnäckig, lässt sich aber ähnlich leicht widerlegen wie der Erste. Die Unternehmens-IT besitzt die Kontrolle über die Daten auch wenn diese sich in der Cloud befinden. Der Unterschied ist ist, dass der Instandhaltungsaufwand für die Datenserver entfällt, so bleibt mehr Zeit, sich um andere Aufgaben zu kümmern. Microsoft wirbt inzwischen sogar mit einem Treuhänder-Modell von Cloudsystemen. Laut Microsoft erfolge Datenherausgabe an Drittparteien nur, wenn der Kunde oder das deutsche Recht es verlangen.

Mythos 3: Die Cloud ist teuer

Nein. Es wird häufig argumentiert, dass Cloud-Lösungen laufende Kosten verursachen, während eigene Hardware und Software nur einmalig angeschafft werden muss. Dies ist grundsätzlich richtig, berücksichtigt aber nicht die erheblichen Wartungs-, Betriebs- und Instandhaltungskosten eigener IT-Infrastruktur. Der Betrieb eigener Hardware und Software bindet häufig erhebliche personelle Ressourcen und schlägt sich somit deutlich in den Personalkosten oder den Kosten für externe IT-Dienstleister nieder. Auch die Stromkosten für den Betrieb eigener Server oder notwendiger Klimatisierung sollten nicht unterschätzt werden. Somit führt auch eine eigene IT-Infrastruktur zu laufenden Kosten, nur ist dies häufig nicht so offensichtlich. Um zu beurteilen wie teuer eine Cloud-Lösung tatsächlich ist, müssen diese Kosten ebenfalls berücksichtigt werden. Sie werden überrascht sein, zu welchen Ergebnissen Sie kommen. 

Unter diesem Link können Sie die Gesamtkosten des Betriebs ausrechnen.  

Mythos 4: Die Cloud ist die Lösung für alles

Manche Unternehmen sind der Auffassung, dass durch die Umstellung auf die Cloud, alle Probleme beseitigt werden. Allerdings werden überalterte oder ineffiziente Prozesse werden durch die Nutzung der Cloud auch nicht automatisch verbessert. Bevor Sie sich für eine Cloud-Lösung entscheiden, sollten Sie verschiedene Prozesse in Ihrem Unternehmen genau überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Mythos 5: Die Cloud macht abhängig

Richtig ist, dass die Cloud in die bestehende IT-Landschaft integriert werden muss. Die Befürchtung, dass man so an vorhandene IT-Strukturen gebunden oder von einer Lösung oder einem Anbieter abhängig ist, ist jedoch unrealistisch. Mit sogenannte Containerlösungen werden Unternehmen die Möglichkeit gegeben Cloud Services aber von verschiedenen Anbietern zu kombinieren und mit der bestehenden IT-Infrastruktur zu verbinden. So profitiert das Unternehmen von einer individuellen Lösung, ohne eine Abhängigkeit zu riskieren.

Mythos 6: Nur lokale Speicher sind sicher

Dieser Mythos führt regelmäßig zu emotionalen Diskussionen. Die Ansicht, dass Daten nur auf eigenen Servern sicher sind, da so die physische Kontrolle erhalten bleibt, ist weit verbreitet. Dabei muss aber berücksichtigt werden, dass das Sichern von IT-Infrastruktur ein Vollzeitjob ist, der umfangreiches Wissen und Fähigkeiten voraussetzt. Unbefugte und kriminelle können jedoch bereits innerhalb von wenigen Minuten in ihr Netzwerk eindringen und ihre Daten einsehen. Unabhängig davon ob Sie Cloud-Dienste oder Ihre eigene IT-Infrastruktur nutzen, in dem heutigen digitalen Zeitalter ist Ihre IT-Sicherheit zu wichtig, um Sie nicht von Profis überwachen zu lassen. Wir empfehlen Ihnen aber dringend diesen Punkt bei der Beurteilung der Kosten für Cloud-Lösungen zu berücksichtigen (Mythos 3). In Unternehmen mit lokalem Speicher ist die IT-Sicherheit von wenigen Mitarbeitern abhängig. Cloud-Dienste wiederum greifen in der Regel auf spezialisierte Dienstleister zurück die hunderten oder gar tausenden ausgebildeten Mitarbeiter für die IT-Sicherheit beschäftigen. In vielen Unternehmen vergeht bis ein Jahr oder mehr, bis von einem Anbieter bereitgestellte Updates installiert oder Sicherheitslücken erkannt werden.

Mythos 7: Die Cloud ist keine ausgereifte Technologie

Innerhalb der letzten Jahre konnte die Technik des Cloud-Computing so weit ausgebaut werden, dass internationale Unternehmen wie Microsoft,  Amazon und Google sich für cloudbasierte Anwendungen entschieden haben. Zwar gibt es stets potenzial für Verbesserungen, allerdings können cloudbasierte Anwendungen bereits den Anforderungen von großen Unternehmen gerecht werden und gelten als sicher.

Wir hoffen, dass Sie einen Mehrwert aus diesem Artikel gezogen haben und eventuelle Zweifel gegenüber Cloud-Computing Systemen aufgehoben werden konnten.

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