Digitalisierung qmBase COVID-19

Treibt die Pandemie die Digitalisierung voran?

Die COVID-19-Pandemie hat die Welt im Griff. Dieses Jahr hat Unternehmen auf der ganzen Welt vor neue Herausforderungen gestellt und ist nicht nur eine gesundheitliche Bedrohung. Aufgrund der Lockdownmaßnahmen, mussten viele Unternehmen neue Wege einschlagen und sich neu orientieren, nicht nur im Zusammenhang mit der Personalplanung und Kurzarbeit. Der Markt veränderte sich, der Bedarf an neuen Produkten wie Desinfektionsmittelspender oder Gesichtsmasken stieg rasant. Andere Produkte waren überhaupt nicht mehr gefragt. Solche starken Veränderungen können Unternehmen vor große Herausforderungen stellen. Digitale Lösungen gewannen im Zusammenhang mit Kontaktbeschränkungen an immer größerer Bedeutung. Wir untersuchen in diesem Artikel wie es um die Digitalisierung von Unternehmen während der COVID-19-Pandemie steht – und wie es nach der Krise weiter gehen kann. 

Digitalisierung in deutschen Unternehmen

Bevor wir uns die aktuelle Situation anschauen, untersuche wir, wie die Digitalisierung in Unternehmen vor der Krise aussah. 

Anfang des Jahres wurden Ergebnisse einer aktuellen Bitkom Studie veröffentlicht. Befragt wurden 502 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Mit erschreckenden Erkenntnissen, viele Unternehmen befürchten bei der Digitalisierung den Anschluss zu verlieren. 58 % der befragten Unternehmen räumten ein, in der Digitalisierung Nachzügler zu sein. Nur jedes dritte der befragten Unternehmen sieht sich als Vorreiter in Bezug auf die Digitalisierung. Dabei hängt  die Selbsteinschätzung des Fortschritts in Bezug auf die Digitalisierung auch von der Unternehmensgröße ab. 

“Von den Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern sagen 34 Prozent, sie seien Vorreiter, bei jenen mit 100 bis 499 Mitarbeitern sind es 38 Prozent. Von den Unternehmen mit 500 bis 1.999 Mitarbeitern hält sich nahezu jedes zweite (47 Prozent) für einen Digitalisierungs-Vorreiter und unter jenen mit 2.000 oder mehr Mitarbeitern steigt der Wert sogar auf 71 Prozent.” 

Andreas Streim, Pressesprecher Bitkom

Was ist die Ursache für diese Diskrepanz? Die Studie ist ebenfalls zu dem Ergebnis gekommen, dass nahezu ein Viertel der befragten Unternehmen keine Digitalstrategie haben. Dabei wird es laut Bitkom Präsident Berg nicht mehr genügen, sein Unternehmen analog aufzustellen. 

 „Unternehmer und Manager müssen ihre Geschäftsmodelle quer durch alle Branchen und Größenordnungen noch konsequenter digitalisieren.“ 

Achim Berg, Bitkom Präsident

Was genau ist eine Digitalstrategie?

In einer Digitalstrategie definiert ein Unternehmen die mittelfristigen und langfristigen Ziele zur Digitalisierung und die notwendigen Maßnahmen, um diese zu erreichen. Die Ziele der Digitalisierung können vielfältig sein. Im Kern geht es aber in der Regel um den Aufbau oder Ausbau digitaler Geschäftsmodelle zur Umsatzerzielung oder um Effizienzsteigerung in bestehenden Prozessen. Die Effizienzsteigerungen in bestehenden Prozessen ergeben sich häufig aus einem höheren Automatisierungsgrad in der Verarbeitung und Auswertung von Informationen und Daten. Auch die Kommunikation des Unternehmens bietet häufig einen großen Hebel für Effizienzsteigerungen durch Digitalisierung. Dabei kann es sich sowohl um die interne Kommunikation als auch die externe Kommunikation mit Kunden und Lieferanten handeln. Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag über Asynchrone Kommunikation

Jedes Unternehmen muss für sich analysieren, wie es von der eigenen Digitalisierung am  stärksten profitieren kann. Viele analoge Dienstleistungen und Produkte lassen sich nicht digitalisieren, z.B. Alten- und Krankenpflege, Entsorgungs- und Speditionsdienstleistungen oder viele physische Produkte, Maschinen und Rohstoffe. Die Produktion von Produktion und Dienstleistungen sowie Kommunikations- und Vertriebsprozesse bieten aber häufig ein Potenzial für Produktivitätssteigerungen. 

Die deutsche Bundesregierung hat selbst ebenfalls eine Digitalstrategie entwickelt, denn innerhalb Deutschlands gibt es, gerade in Bezug auf die digitale Infrastruktur, erheblichen Verbesserungsbedarf. Jetzt soll ganz Deutschland bis Ende 2025 mit gigabitfähigen Netzen versorgt sein. Der Anteil von Glasfaseranschlüssen lag noch im Jahr 2017 bei nur 2,1 %, der OECD-Durchschnitt hingegen schon bei 22,3 %. 

Die oben genannte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass fast ein Viertel der Unternehmen bewusst auf eine Digitalstrategie verzichtet. Woran liegt es, dass sich so viele Unternehmen in Deutschland auch im Jahr 2020 bewusst analog aufstellen? 

Was hemmt die Digitalisierung?

Insbesondere die oben genannten aus dem Dienstleistungssektor, die ihren Service nicht ohne weiteres Digitalisieren können, tun sich mit der Digitalisierung schwer. Viele Dienstleistungsanbieter scheuen sich noch vor der Implementierung digitaler Lösungen. Im Bereich der Pflege werden die Potenziale der Digitalisierung im Vergleich zu anderen Branchen noch lange nicht ausgeschöpft. Das geht aus dem Bericht “Pflege und digitale Technik” des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) aus dem Jahr 2019 hervor. 

Die Ursache dafür kann verschiedene Gründe haben, zum Beispiel können digitale Lösungen als unsicher und fehlerhaft wahrgenommen werden. Oder Sie sind zu teuer als, dass Sie flächendeckend eingesetzt werden können. 

Ein weiterer Grund könnte die Unsicherheit im Umgang mit digitalen Lösungen sein. Im Digital Readiness Index des Konzerns Cisco aus dem Jahr 2018 geben 43 % an kein Interesse an der Arbeit mit digitalen Tools zu haben. 

Dabei hat uns die aktuelle Krise auch gezeigt, dass digitale Lösungen unverzichtbar sind, wenn man trotz Krisen und Veränderungen am Markt relevant bleiben möchte. 

Digitalisierung durch COVID-19 – Was ist umsetzbar?

Wie weit kann das Berufsleben und unser aller Alltag durch Digitalisierung erleichtert werden? Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen könnten Ihr Potenzial besser ausschöpfen und ebenfalls von digitalen Lösungen profitieren. In dem oben genannten Bericht der ZQP könnten die Pflegekräfte durch digitale Hilfsmittel und Robotersysteme erhebliche Erleichterung erfahren. Eine Entlastung der Pflegekräfte in Bezug auf körperliche Arbeit, durch digitale Lösungen, könnte dafür sorgen, dass die Pflegekräfte sich intensiver auf die zwischenmenschlichen Bedürfnisse der Patienten konzentrieren können. Die Pflegeberufe gewinnen durch den demografischen Wandel von immer mehr an Bedeutung und tragen durch die COVID-19-Pandemie eine hohe Verantwortung und setzten sich hohen Risiken aus. 

Not macht erfinderisch

Für die Unternehmen, die nun digitale Geschäftsmodelle einführen wollen oder bestehende Konzepte auf die Kontaktbeschränkung und weitere Hygienemaßnahmen anpassen müssen, ist häufig Einfallsreichtum gefragt. So haben Paketzusteller und Lieferdienste mit der Krise kontaktlose Lieferungen eingeführt. Als Messen abgesagt wurden, standen viele Messebauer und Veranstalter vor der Frage wie es weiter gehen soll. Mittlerweile gibt es zumindest eine mögliche Alternative: virtuelle Messen. Der Anbieter EXPO-X ermöglicht Unternehmen in einem virtuellen Showroom seinen eigenen Online-Messestand zu gestalten und dort eine unbegrenzte Anzahl an Besuchern über die Firma, Produkte und Dienstleistungen zu informieren. Auch Vorträge und Lesungen sollen über die Plattform ermöglicht werden. So können neue Kunden kontaktlos über die Unternehmen informiert werden und sich Produktmodelle anschauen. 

Die Möglichkeit der digitalen Showrooms könnte aber nicht nur für große Unternehmen interessant sein. Auch die Unterhaltungsbranche, für Künstler und öffentliche Einrichtungen wie Museen, könnte diese digitale Lösung Abhilfe schaffen. Über soziale Plattformen nutzen immer mehr Unternehmen und Künstler die Möglichkeit mit Ihrem Publikum in Verbindung zu bleiben. 

In der Krise haben auch immer mehr Unternehmen die Krise genutzt, um die Einrichtung von Onlineshops und die Konzentration auf E-Commerce umzusetzen. Auch kleine Unternehmen können davon profitieren, Ihre Produkte online anzubieten und von Kunden Unterstützung zu erfahren.

Was bleibt übrig vom Aufschwung der Digitalisierung?

Mit dem Beginn der Kontaktbeschränkungen wurde in immer mehr Unternehmen Homeoffice für die Mitarbeiter eingeführt, andere Unternehmen mussten Ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, der Einzelhandel und einige Dienstleister mussten weitestgehend schließen und haben mittlerweile unter Auflagen wieder geöffnet. Die Frage ist, wie weitreichend sind die angestrebten Veränderungen und die umgesetzten Digitalisierungsmaßnahmen? 

Hat die Krise wirklich dazu geführt, dass Unternehmen ihre digitale Infrastruktur langfristig ausbauen? 

Bereits in den letzten Jahren hat laut der KfW-Bank vor allem der Mittelstand, mit 19 Mrd. € im Jahr 2018, in die Digitalisierung investiert und die meisten Digitalisierungsprojekte abgeschlossen. Sie prognostizieren, dass die COVID-19-Pandemie eine positive Auswirkung auf die Digitalisierung haben wird. 

Auch das von der Bundesregierung beschlossene 130-Milliarden-Euro Konjunkturpaket soll laut dem BR Investitionen in digitale Bereiche ermöglichen. Zum einen soll die digitale Infrastruktur ausgebaut werden und zum anderen soll die deutsche Verwaltung digitalisiert werden. 

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